Unsere Eislöwen haben ihre Pflichtaufgabe gemeistert und die Blue Devils Weiden am Freitagabend mit 5:1 bezwungen. Doch bevor auf dem Eis überhaupt der erste Puck gespielt werden konnte, nahm unser eigentlich entspannter Eishockeyabend eine ziemlich unerwartete Wendung.
Nach einer entspannten Anreise und kurz vor dem ersten Bully hieß es plötzlich: Alle raus! Aufgrund eines technischen Defekts musste die JOYNEXT Arena vorsorglich geräumt werden. Was zunächst für einige Fragezeichen sorgte, verlief erfreulicherweise völlig problemlos. Alle Fans und Besucher verhielten sich tadellos und nach einer kurzen Wartezeit vor der Halle durften wir unsere angestammten Plätze in der Nordkurve wieder einnehmen. Mit 27 Minuten Verspätung konnte es schließlich losgehen. Und unsere Cracks? Die hatten offenbar einiges an aufgestauter Energie mitgebracht!
Gerade einmal 56 Sekunden waren gespielt, da ließ Tomas Andres die blau-weiße Anhängerschaft erstmals jubeln. 1:0! Mit der frühen Führung im Rücken übernahmen unsere Eislöwen sofort das Kommando und entwickelten eine drückende Überlegenheit. Von den Gästen aus der Oberpfalz war dagegen herzlich wenig zu sehen. Ganze einen Torschuss brachten die Blue Devils im ersten Drittel zustande.
Nach sechs Minuten legte Tyson Spink auf Vorlage seines Bruders Tylor das 2:0 nach. Und wer nun auf ein munteres Scheibenschießen hoffte, musste sich zunächst gedulden. Dass es bis zur 31. Spielminute bei diesem Spielstand blieb, hatten sich unsere Eislöwen allerdings vor allem selbst zuzuschreiben. Gleich drei Überzahlsituationen blieben ungenutzt. An Möglichkeiten mangelte es jedenfalls nicht. Die Torschussstatistik nach 20 Minuten sprach Bände: 21:1! Deutlicher lässt sich die Überlegenheit auf dem Eis kaum ausdrücken.
Auch im zweiten Abschnitt blieb Blau-Weiß spielbestimmend, wenngleich die Gäste das Geschehen zumindest optisch etwas offener gestalten konnten. Weiden fand nun besser in die Partie und hatte seine stärkste Phase. Doch ausgerechnet darauf hatten unsere Cracks die passende Antwort parat. Nachdem wir eine Unterzahlsituation schadlos überstanden hatten, schlugen die Eislöwen gleich doppelt zu.
Zunächst krönte Tyson Spink einen sehenswerten Sololauf mit seinem zweiten Treffer des Abends. Wenig später wurde David Suvanto mustergültig freigespielt und hatte keine Mühe, die Scheibe zum 4:0 im Tor unterzubringen. Mittendrin statt nur dabei waren einmal mehr die Spink-Zwillinge, die an unseren Treffern maßgeblichen Anteil hatten. Die beiden scheinen sich inzwischen auch auf Dresdner Eis ziemlich wohlzufühlen!
Damit war die Geschichte dieses Spiels im Grunde bereits erzählt. Im Schlussabschnitt passierte nicht mehr allzu viel. Etwas ärgerlich war lediglich, dass Marvin Berbner seinen Kasten nicht sauber halten konnte. Marusch erzielte in der 56. Minute den Weidener Ehrentreffer. Mehr als statistischen Wert hatte dieser allerdings nicht. Den Schlusspunkt setzte schließlich Ricardo Hendreschke, der mit seinem Treffer zum 5:1 den alten Vier-Tore-Abstand wiederherstellte.
Unter dem Strich steht ein souveräner und über weite Strecken dominanter Auftritt unserer Mannschaft. Die Pflichtaufgabe wurde erfüllt, ohne dabei wirklich an die eigenen Grenzen gehen zu müssen. Dennoch gibt es weiterhin Baustellen. Allen voran unser Powerplay bleibt ausbaufähig. Gerade gegen einen Gegner wie Weiden darf aus mehreren Überzahlsituationen gerne etwas mehr herausspringen. Denn es werden auch wieder Spiele kommen, in denen solche Gelegenheiten den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen.
Bei aller berechtigten Kritik wollen wir aber auch die Kirche im Dorf lassen. Unsere Eislöwen haben den vierten Sieg in Folge eingefahren und weitere drei Punkte auf ihrem Konto verbucht. Kein Grund, gleich in grenzenlose Euphorie zu verfallen, aber durchaus ein Grund, zufrieden auf diesen Freitagabend zurückzublicken.
Nach dem Spiel wurde die Mannschaft von der Nordkurve gebührend gefeiert, ehe wir uns auf eine kurzweilige Heimreise machten.
Erst die ungeplante Hallenräumung, dann fünf Eislöwen-Tore und am Ende drei Punkte im Gepäck. Alles in allem: ein gelungener Freitag!

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