Es bleibt dabei: Unsere Dresdner Eislöwen lieben die Achterbahn! Hoch, runter, wieder hoch und zwischendurch am besten noch eine Runde rückwärts. Wer in dieser Saison auf entspannte Eishockeyabende hofft, sollte sich vielleicht ein anderes Hobby suchen. Schach zum Beispiel. Wobei selbst das vermutlich weniger Nerven kostet als das, was unsere Cracks derzeit auf dem Eis veranstalten.
Auch an diesem Sonntagabend mussten wir in unserem Fanclub-Budel wieder ordentlich leiden. Und damit meinen wir ausnahmsweise nicht die Tatsache, dass gefühlt alle fünf Minuten irgendjemand durch den Raum rief: „Kann ich mal den Aschenbecher haben?“
Mal ehrlich: Warum haben wir eigentlich so viele Raucher? Andererseits können wir es ihnen kaum verübeln. Irgendwie muss man den Stress, den unsere Eislöwen regelmäßig verursachen, schließlich abbauen. Und wer nicht raucht, greift eben zum Glühwein. Davon gab es an diesem Abend zum Glück reichlich!
Erst überlegen, dann effektiv? Freiburg macht es anders!
Dabei begann die Partie im Breisgau aus Dresdner Sicht gar nicht schlecht. Unsere Eislöwen hinterließen im ersten Drittel spielerisch durchaus den besseren Eindruck, kombinierten gefällig und erspielten sich einige gute Torchancen. Doch auch die Freiburger Wölfe waren keineswegs gewillt, die Punkte kampflos nach Sachsen zu verschenken.
Während unsere Cracks ihre Möglichkeiten liegen ließen, zeigten sich die Hausherren deutlich effektiver. Nach sieben Minuten brachte Tim Sezemsky die Wölfe mit 1:0 in Führung. Und nein, zum Heulen war den Freiburgern dabei sicherlich nicht zumute. Uns dagegen schon ein bisschen.
Trotz weiterer Bemühungen wollte der Puck im ersten Abschnitt einfach nicht ins Freiburger Tor. So ging es mit einem knappen, aber durchaus vermeidbaren Rückstand in die Kabine.
Das Rudel zeigt die Krallen und dreht die Partie!
Was auch immer in der ersten Drittelpause besprochen wurde: Es zeigte Wirkung!
Unsere Eislöwen kamen mit ordentlich Dampf aus der Kabine und schnürten die Freiburger phasenweise regelrecht in deren eigenem Drittel ein. Plötzlich spielte fast nur noch eine Mannschaft. Und die trug Blau-Weiß! Die Belohnung ließ nicht lange auf sich warten. Sebastian Gorcik hielt seinen Schläger in einen Schuss von Bruno Riedl und fälschte die Scheibe zum verdienten 1:1-Ausgleich ins Netz ab. Na also! Geht doch!
Und weil es gerade so schön lief, legten unsere Cracks gleich noch eine Schippe drauf. Im anschließenden Powerplay dauerte es nur wenige Sekunden, ehe Dane Fox zuschlug und unsere Farben erstmals an diesem Abend in Führung brachte. 2:1 für Dresden! Die Achterbahn hatte ihren ersten Höhepunkt erreicht.
Doch wer unsere Eislöwen kennt, weiß: Eine komfortable Führung ist offenbar nicht Bestandteil des aktuellen Unterhaltungsprogramms. Gleich zweimal bot sich unserem Rudel in numerischer Überlegenheit die Gelegenheit, auf 3:1 zu erhöhen und für etwas Ruhe zu sorgen. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Beide Powerplays blieben ungenutzt. So ging es mit einer knappen 2:1-Führung in die zweite Pause. Spielerisch war das bis dahin durchaus ordentlich. Aber dieses eine Tor Vorsprung? Nun ja, wir ahnten bereits, dass unsere Nerven noch einmal ordentlich strapaziert werden würden.
Glühwein warm, Nerven blank – und plötzlich geht es wieder bergab!
In unserem Fanclub-Budel lief inzwischen der Glühwein bestens. Die Stimmung war gut und am Grill hatte unsere Fanclub-Chefin ganze Arbeit geleistet. Ja eigentlich hätte es ein gemütlicher Sonntagabend werden können. Eigentlich! Denn während unsere Eislöwen zuvor zwei Überzahlsituationen ungenutzt verstreichen ließen, zeigten die Freiburger, wie man es besser macht. Keine vier Minuten waren im Schlussabschnitt gespielt, da schlugen die Hausherren im Powerplay zu. 2:2! Na wunderbar. Die Achterbahn nahm wieder Fahrt auf. Doch unser Rudel ließ sich vom Ausgleich zunächst nicht beeindrucken. Die Eislöwen drückten weiter, suchten den Weg nach vorne und wollten unbedingt die erneute Führung erzwingen. Allein: Der Puck wollte nicht rein. Und dann kam die 49. Spielminute. Ein Konter. Einmal zu viel Platz. Einmal nicht konsequent genug verteidigt. Und plötzlich bedankten sich die Freiburger mit dem Treffer zum 3:2. Aus dem Nichts lagen unsere Eislöwen wieder hinten!
Spätestens jetzt dürfte im Fanclub-Budel der eine oder andere Puls bedenkliche Höhen erreicht haben. Wer hat eigentlich den Panikknopf versteckt? Und wo ist schon wieder dieser verdammte Aschenbecher? Es war zum Verrücktwerden!
Gorcik zündet die Hoffnung – Hendreschke bringt das Budel zum Beben!
Doch eines muss man unseren Cracks an diesem Abend lassen: Aufgeben war keine Option! Statt die Köpfe hängen zu lassen, schalteten unsere Eislöwen noch einmal einen Gang höher. Das Gaspedal wurde bis zum Anschlag durchgedrückt, Angriff um Angriff rollte auf das Freiburger Tor zu. Die Wölfe verteidigten lange Zeit clever und hielten dem Druck stand. Doch irgendwann wurde es selbst für die Gastgeber zu viel. In der 56. Spielminute war es erneut Sebastian Gorcik, der die Scheibe zum umjubelten 3:3-Ausgleich im Netz unterbrachte! JAAAA! Da war er, der so wichtige Ausgleich!
Ein Punkt schien gerettet. Nach diesem Spielverlauf hätte man damit vielleicht sogar leben können.Aber unsere Eislöwen hatten andere Pläne. Warum sich mit einem Punkt zufriedengeben, wenn man auch alle drei mitnehmen kann?
Unser Rudel blieb im Offensivmodus. Keine Spur von Zurückhaltung, kein Verwalten des Ergebnisses. Stattdessen rollte die nächste Angriffswelle auf das Freiburger Tor zu. Und die nächste. Und noch eine!
Dann kam der große Moment von Riccardo Hendreschke. TOOOOOOR! 4:3 FÜR UNSERE EISLÖWEN! Wahnsinn! Einfach nur Wahnsinn! Was für eine Moral! Was für ein Schlussspurt! Was für eine Achterbahnfahrt!
Im Fanclub-Budel gab es nun endgültig kein Halten mehr. Aus dem zwischenzeitlichen Frust wurde innerhalb weniger Minuten pure Begeisterung. Genau für solche Momente lieben wir diesen Sport!
Die Freiburger warfen in den letzten Augenblicken noch einmal alles nach vorne, nahmen ihren Torhüter vom Eis und versuchten verzweifelt, die Verlängerung zu erzwingen. Doch den Schlusspunkt setzten unsere Farben. Alec Ahlroth schickte die Scheibe ins verwaiste Freiburger Tor und machte mit dem 5:3 endgültig den Deckel drauf. AUSWÄRTSSIEG! SECHS-PUNKTE-WOCHENENDE!
Drei Punkte im Gepäck, aber die Baustellen bleiben!
Am Ende steht ein 5:3-Auswärtserfolg, der einmal mehr eindrucksvoll zeigt, wozu unsere Mannschaft in der Lage ist, wenn sie konsequent nach vorne spielt und bis zur letzten Sekunde an sich glaubt. Doch bei aller Freude sollten wir nicht vergessen, dass sich unsere Eislöwen das Leben erneut unnötig schwer gemacht haben. Die Chancen waren da, um die Partie frühzeitig in ruhigere Bahnen zu lenken. Stattdessen ließen wir Freiburg immer wieder zurück ins Spiel kommen und mussten einem erneuten Rückstand hinterherlaufen.
Diese Mannschaft hat Qualität, diese Mannschaft hat Moral und diese Mannschaft kann begeistern. Aber ein bisschen mehr Konstanz würde uns allen verdammt guttun!
Vielleicht gelingt es unseren Cracks ja irgendwann, die Achterbahn gegen einen gemütlichen Sonntagsausflug einzutauschen. Wobei wir inzwischen fast befürchten, dass ihnen das schlichtweg zu langweilig wäre. Sei es drum! Sechs Punkte an einem Wochenende nehmen wir natürlich liebend gerne mit. Und wie heißt es so schön? Am Ende fragt keiner mehr danach, wie die Punkte zustande gekommen sind. Unsere Nerven hätten allerdings durchaus ein Mitspracherecht verdient.
Glühwein, Grillduft und ein glückliches Fanclub-Budel!
Während unsere Eislöwen in Freiburg für beste Unterhaltung sorgten, können wir uns in unserem Fanclub-Budel jedenfalls nichts vorwerfen.
Der Start in unsere Glühwein-Saison ist geglückt! Einige Becher des heißen Getränks wanderten über den Tresen und sorgten bei den herbstlichen Temperaturen für wohlige Wärme. Wobei man angesichts des Spielverlaufs durchaus behaupten könnte, dass der Glühwein auch als Nervennahrung dringend benötigt wurde.
Und unsere Fanclub-Chefin? Die lieferte am Grill einmal mehr zuverlässig ab! Bratwurst, Steak und dazu ein spannendes Eishockeyspiel – was will das Fanherz eigentlich mehr? Vielleicht einen etwas niedrigeren Puls. Aber man kann bekanntlich nicht alles haben.
So endete dieser Sonntagabend nach 60 nervenaufreibenden Minuten doch noch rundum zufrieden in unserem inzwischen herrlich nach Glühwein duftenden Fanclub-Budel. Die Eislöwen haben sechs Punkte eingesammelt, wir haben ordentlich mit gefiebert und die Achterbahn hat uns wieder einmal komplett durchgeschüttelt.
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