Dass es überhaupt zu diesem Duell kommt, ist allerdings auch eine Geschichte, die der Eishockeysport wohl kaum besser hätte schreiben können. Ausgerechnet unsere Eislöwen waren es, die im April 2025 dafür sorgten, dass die DEG nach vielen Jahrzehnten Erstklassigkeit den bitteren Gang in die DEL2 antreten musste. Ein sportliches Schicksal, das zuvor bereits die Nachbarn aus Krefeld ereilt hatte.
Und damit sind wir bei einer Erkenntnis, die man in dieser Liga gar nicht oft genug betonen kann: Tradition schießt keine Tore, große Namen gewinnen keine Spiele und eine ruhmreiche Vergangenheit garantiert schon lange keinen Erfolg in der Gegenwart!
Die DEL2 ist erbarmungslos. Hier wird einem nichts geschenkt. Hier warten zahlreiche vermeintlich kleinere Standorte, die über viele Jahre hinweg hervorragende Arbeit geleistet, sich kontinuierlich weiterentwickelt und ihren Platz in dieser Liga mehr als verdient haben. Wer glaubt, allein mit einem großen Namen auf der Brust durch diese Spielklasse spazieren zu können, wird ziemlich schnell eines Besseren belehrt.
Und so stehen sich heute Abend erstmals in einem Pflichtspiel unsere Dresdner Eislöwen und die Düsseldorfer EG gegenüber. Man könnte nun sagen: Schade, dass dieses Duell „nur“ in der DEL2 stattfindet. Aber damit würde man dieser Liga nicht gerecht werden. Und seien wir ehrlich: Es gibt schließlich sportliche Gründe, warum sich beide Vereine aktuell auf dieser Ebene begegnen.
Die Düsseldorfer haben sich jedenfalls einiges vorgenommen. Der Saisonstart kann sich sehen lassen: Sämtliche Partien wurden bislang gewonnen, lediglich zwei Punkte mussten die Rheinländer abgeben. Gemeinsam mit unseren Eislöwen stellt die DEG zudem die beste Offensive der Liga. Am Freitagabend bewiesen die Düsseldorfer bei den Lausitzer Füchsen einmal mehr ihre Qualität, aber auch, dass selbst eine komfortable Führung keine Garantie für einen entspannten Abend ist. Einen 3:1-Vorsprung gab die DEG in Weißwasser noch aus der Hand, sicherte sich anschließend aber im Shootout den Zusatzpunkt.
Unsere Eislöwen wiederum reisen mit ordentlich Rückenwind an den Rhein. Bereits gestern machte sich die Mannschaft auf den Weg nach Düsseldorf. Vier Siege aus den vergangenen vier Spielen haben nicht nur das Punktekonto ordentlich anwachsen lassen, sondern auch für neues Selbstvertrauen gesorgt. Nach dem schwierigen Saisonstart scheint unsere Mannschaft zunehmend ihren Rhythmus gefunden zu haben. Die Stimmung stimmt, die Ergebnisse stimmen – und die Lust auf mehr ist zweifellos vorhanden!
Doch heute wartet eine ganz andere Hausnummer. Ein Gegner mit gewaltiger Tradition, einer Menge Qualität und dem klaren Anspruch, möglichst schnell wieder dorthin zurückzukehren, wo man sich selbst sieht: in die höchste deutsche Spielklasse.
Auch für zwei ehemalige Eislöwen wird die Begegnung eine besondere sein. Mit Matthias Pischoff und Tarig Hammond stehen gleich zwei bekannte Gesichter im aktuellen Aufgebot der Düsseldorfer. Schön, euch wiederzusehen, Jungs! Die Punkte würden wir allerdings nur allzu gerne mit nach Dresden nehmen.
Zwei ambitionierte Mannschaften. Zwei Vereine, die wieder nach oben wollen. Und mittendrin wir Eislöwen, die vor nicht allzu langer Zeit selbst noch davon geträumt haben, sich mit solchen Namen überhaupt einmal in einem Pflichtspiel messen zu dürfen.
Heute ist es so weit. Und bei aller sportlichen Rivalität darf man sich als Fan auch einfach mal bewusst machen, wie besonders solche Begegnungen sind.
Also, Mähne richten, Brust raus und mit breiter Brust aufs Eis! Auf ein packendes Duell, auf einen großen Eishockeyabend und hoffentlich auf den fünften Sieg in Folge!
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