Samstag, 5. September 2026

Nie Deutscher Meister? Dafür einen schönen Abend verbracht.

Es kommt ja eher selten etwas Verwertbares aus den Lautsprechern in Weißwasser. Am Freitagabend hatte der Hallensprecher nach Spielende aber tatsächlich einmal das passende Fazit parat: „Es ist Vorbereitung, scheißegal.“

Und damit liegt er sogar vollkommen richtig.

Unsere Eislöwen hatten in den 60 Minuten zuvor das sportlich weitgehend bedeutungslose Derby bei den Füchsen verdient mit 5:3 für sich entschieden. Ein Sieg fürs gute Gefühl, nicht mehr – aber eben auch nicht weniger. Gleichzeitig läuteten unsere Cracks damit die letzte Phase der Vorbereitung ein. Nach Duellen mit zum Teil höherklassigen Gegnern geht es bis zum Saisonstart nun ausschließlich gegen Mannschaften aus der DEL2.

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In Weißwasser erwischten unsere Eislöwen einen richtig guten Start. Vom ersten Bully weg setzte unser Rudel die Gastgeber unter Druck. Da überraschte es kaum, dass der Puck bereits nach 66 Sekunden erstmals im Gehäuse der Füchse zappelte. Sebastian Gorcik vollendete einen schön herausgespielten Angriff zum frühen 1:0.

Auch danach blieben unsere Löwen auf dem Gaspedal. Nach knapp zehn Minuten spiegelte sich die Überlegenheit erneut auf der Anzeigetafel wider. Ricardo Hendreschke, einmal mehr einer der auffälligsten Akteure im Rudel, hämmerte den Puck zum 2:0 in die Maschen.

Fast aus dem Nichts kamen die Füchse im direkten Gegenzug zum Anschlusstreffer. Spielerisch waren unsere Eislöwen im ersten Abschnitt eine Klasse besser – einzig das Ergebnis wollte diese Überlegenheit nicht so recht widerspiegeln.

Im zweiten Drittel änderte sich das Bild. Die Verhältnisse auf dem Eis wurden ausgeglichener und die Hausherren setzten nun deutlich mehr Akzente nach vorn. Janick Schwendener musste einige starke Reflexe auspacken, damit die 2:1-Führung Bestand hatte.

Auf der Gegenseite dauerte es etwas, ehe unsere Cracks wieder zu den ganz großen Möglichkeiten kamen. Eine davon nutzte Tomas Sykora in der 29. Minute zum 3:1. Doch erneut ließ die Antwort der Füchse nicht lange auf sich warten. In Überzahl verstolperte zunächst Ex-Eislöwe Saakyan den Puck, ehe Schmidt-Svejstrup – Gesundheit! – das Spielgerät zum 2:3 ins blau-weiße Gehäuse hämmerte.

Im weiteren Verlauf waren die Füchse plötzlich dem Ausgleich näher als unsere Eislöwen dem vierten Treffer. Dennoch rettete das Rudel den knappen Vorsprung in den Schlussabschnitt.

Und der kam zunächst ziemlich vogelwild daher. Es ging rauf und runter, Struktur und Taktik hatten sich offenbar gemeinsam für ein paar Minuten aus der Eishalle verabschiedet. Erst Jacob Ficenec sorgte mit dem 4:2 wieder für etwas Ruhe. Wie genau der Puck in dieser Situation den Weg über die Linie fand, dürfte am Ende zweitrangig sein – drin ist drin.

Danach wurde es noch einmal richtig hitzig. Zahlreiche Strafzeiten auf beiden Seiten, eine zunehmend aufgeheizte Stimmung auf den Rängen und die bei einem Derby wohl unvermeidlichen verbalen Scharmützel sorgten dafür, dass plötzlich doch etwas Feuer in diesem Testspiel steckte.

Ein bisschen Eishockey wurde zwischendurch ebenfalls noch gespielt. Oliver Granz drückte den Puck zum 5:2 über die Linie und sorgte damit endgültig für die Entscheidung. Mit der Schlusssirene gelang den Füchsen noch das frenetisch gefeierte 3:5.

Geschenkt.

Am Ende stand ein verdienter 5:3-Erfolg für unsere Eislöwen und damit ein gutes Gefühl auf der Heimfahrt. Punkte gibt es dafür keine, die Tabelle interessiert sich ebenfalls herzlich wenig dafür – und damit wären wir wieder beim Ausgangspunkt: Vorbereitung ist Vorbereitung. Testspiele sind am Ende Schall und Rauch.

Trotzdem war es ein schöner Abend in Weißwasser.

Und nachdem uns zuvor aus den Rängen freundlich mit „Absteiger, Absteiger“ und „Ihr werdet nie Deutscher Meister“ an unsere jüngere Vergangenheit und die begrenzten Aussichten auf zukünftige Meisterfeiern erinnert wurde, wollen wir selbstverständlich nicht nachtragend sein.

Stimmt: Deutscher Meister werden wir wahrscheinlich nicht. 

Aber für einen versauten Freitagabend in Weißwasser hat es immerhin noch gereicht.

Gute Besserung an dieser Stelle an unsere Spieler Sebastian Gorcik und Lukas Buschbek. Beide konnten die Partie nicht zu Ende spielen. 

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