Der Start verlief dabei nahezu perfekt. Gerade einmal etwas mehr als eine Minute war gespielt, da brachte Moritz Seider Deutschland früh mit 1:0 in Führung. Ein Treffer, der dem DEB-Team sichtbar Selbstvertrauen verlieh. Die deutsche Defensive arbeitete konzentriert und ließ den Weltmeister zunächst kaum zur Entfaltung kommen. Erst ein folgenschwerer Fehler in der eigenen Hintermannschaft brachte die USA zurück ins Spiel. Howard bedankte sich und erzielte den Ausgleich zum 1:1, mit dem es auch in die erste Pause ging.
Im zweiten Drittel entwickelte sich anschließend ein echter Schlagabtausch. Zunächst drehten die US-Boys durch Sasson die Partie und gingen in der 25. Minute erstmals mit 2:1 in Front. Doch Deutschland zeigte diesmal die richtige Reaktion. Frederik Tiffels stellte nach einer halben Stunde auf 2:2, ehe Marc Michaelis einen Bilderbuchkonter eiskalt vollendete und die DEB-Auswahl in der 33. Minute erneut in Führung brachte.
Die Partie blieb danach völlig offen. Beide Mannschaften spielten mit hohem Tempo nach vorne, Chancen gab es auf beiden Seiten beinahe im Minutentakt. Die Goalies rückten zunehmend in den Mittelpunkt und hielten ihre Teams mehrfach stark im Spiel. Deutschland stemmte sich leidenschaftlich gegen die Offensivwucht des Weltmeisters und schnupperte lange an der großen Überraschung.
Sechs Minuten vor dem Ende folgte dann allerdings der bittere Rückschlag. Die USA setzten energisch nach, arbeiteten hart vor dem deutschen Tor und drückten den Puck schließlich über die Linie. Aus deutscher Sicht durchaus diskutabel, doch die Entscheidung auf dem Eis blieb bestehen – 3:3.
In der Overtime hatten anschließend beide Teams ihre Möglichkeiten auf den Siegtreffer, doch die Entscheidung musste schließlich im Penaltyschießen fallen. Dort war Deutschland lange einen Treffer vor, am Ende hatten die Amerikaner jedoch die etwas besseren Nerven.
Trotz der Niederlage war der Auftritt des DEB-Teams ein klarer Schritt nach vorne. Gegen den amtierenden Weltmeister zeigte Deutschland endlich wieder Leidenschaft, Tempo und Emotionen. Der Viertelfinaltraum lebt damit zwar nur noch leise weiter – abgeschrieben hat sich diese Mannschaft an diesem Abend aber definitiv nicht.
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