Eishockeyspiele am Dienstagabend gelten grundsätzlich nicht als Zuschauermagneten. Immerhin kamen fast 3.000 Fans in die Eissporthalle. Denen, die 48 Stunden zuvor noch in Selb den Auswärtssieg mit ergattert hatten, merkte man die Belastung an. So starteten Fankurve und Mannschaft eher pomadig in das Spiel. Die Gäste wussten das nutzen und führten nach knappen acht Minuten mit 0:2. Das hatte erstmal gesessen. Unser Cracks rannten an, spielten aber kaum saubere Pässe und die Schüsse waren jetzt nicht dafür gemacht, Michael Bitzer im Selber Tor zu überwinden.
Das Spielgeschehen setze sich auch im zweiten Abschnitt fort. Dresden versuchte irgendwie zum Anschluss zu kommen, doch die Selber waren immer wieder auf ihrem Posten oder konnten sich auf Bitzer zwischen den Pfosten verlassen. Entsprechend frustriert ging es mit dem 0:2 auch in die zweite Pause.
Keine Ahnung was in dieser Pause geschehen ist, doch plötzlich war unsere Mannschaft da. Noch ließ man die letzten Sekunden der eigenen Überzahl ungenutzt verstreichen, dann stand aber Dani Bindels nach Schuss von Pruden goldrichtig und fälschte den Puck zum 1:2 in die Maschen ab. Plötzlich war die Halle da, jeder holte nochmal ein paar Prozentpunkte mehr aus sich heraus. 62 Sekunden nach dem Anschlusstreffer gab es kein halten mehr. Justin Florek prügelte die Scheibe zum 2:2 in die Maschen. Danach ging es hin und her, unsere Cracks wollten den Sieg noch in der regulären Spielzeit erzwingen, doch Bitzer oder der Pfosten hatten etwas dagegen.
Es ging also in die Overtime. In dieser hatten die Gäste zunächst mehr Spielanteile, aber unser Goalie hielt seinen Kasten sauber. Mit dem ersten Eislöwen-Schuss dann der Jubel! Yannick Drews zog aus der neutralen Zone einfach mal ab und der Puck rutschte zwischen Bitzer und Pfosten in das Tor. Die Schiedsrichter waren nicht ganz auf der Höhe des Geschehens und gingen zum Videobeweis. Die Entscheidung auf dem Eis: Kein Tor!
Während der Gäste-Anhang dies frenetisch bejubelte, war uns allen eigentlich klar, dass es nur eine Antwort geben konnte: Wir haben ein gutes Tor! Der Jubel kannte keine Grenzen. Fans wie Spieler ließen ihre Emotionen raus. Jetzt sind wir also noch einen Sieg vom Klassenerhalt entfernt. Den kann man am Freitag in Selb perfekt machen. Zwar hätten wir noch Bock auf ein weiteres Heimspiel, doch die Nerven würden es uns danken.
Die Statistik vom Spiel:
Dresdner Eislöwen - Selber Wölfe 3:2 OT1 (0:2, 0:0, 2:0, 1:0)
Torfolge: 0:1 Nick Miglio (03:34), 0:2 Frank Hördler (07:47), 1:2 Dani Bindels (40:54), 2:2 Justin Florek (41:56), 3:2 Yannick Drews (63:18)
Strafen: 6 / 8 Minuten
Zuschauer: 2.941 in der Joynext Arena
Games-to-win: (Selb 1/3 - 3/4 Eislöwen)

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