Einmal Himmel und zurück in die Hölle in einer Woche. Hatte man exakt vor sieben Tagen noch das Hochgefühl nach dem 7:1-Derbysieg gegen Crimmitschau, ist die Gefühlslage nun nach drei Niederlagen am Stück eine ganz andere. Man wird aus unserer Mannschaft einfach nicht schlau. In Weißwasser zeigten die Cracks von Andreas Brockmann knappe neun Minuten ordentliches Eishockey, ehe man dann wieder in alte Muster verfiel, den Gegner einlud und dann es einfach nicht gebacken bekommt, auch mal ein Spiel zu drehen.
Die Eislöwen diktierten zunächst das Geschehen, gingen durch Johan Porsberger folgerichtig mit 1:0 in Führung. Diese hielt dann ganze 109 Sekunden. Wiederum nur 13 Sekunden zappelte die schwarze Hartgummischeibe erneut hinter Schwendener. Die Füchse hatten das Spiel gedreht und waren jetzt drauf und dran ihren Vorsprung auszubauen. Unsere Mannschaft konnte dann aber den Hebel nochmals umlegen und verdiente sich den Ausgleich durch Kapitän Knackstedt. Selbiger brachte unsere Farben dann kurz vor der ersten Sirene wieder in Führung.
Was folgte war ein Mittelabschnitt auf Augenhöhe, in dem allerdings die Gastgeber schnell zum 3:3-Ausgleich kamen. Chancen gab es dann auf beiden Seiten, doch so richtig gefährlich wurde es nicht. Die Füchse starteten mit einer Überzahl in das letzte Drittel und schon nach 57 Sekunden jubelten die blau-gelben. Breitkreuz brachte die Lausitzer wieder in Front. Die Eislöwen luden ein und die Gastgeber nahmen dankend an. Das schnelle Tor zum 5:3 ist dann der endgültige Bruch im Spiel unserer Cracks. Zwar ist man danach bemüht, doch es glich mehr einem blinden Anrennen. So plätscherte das Schlussdrittel ziemlich schnell dahin. Schluss. Aus. Vorbei. Ratlosigkeit. Ein paar Minütchen Eishockey pro Spiel reichen dann halt in dieser Spielklasse nicht aus. Beim Gegner sah man den Willen, dieses Derby zu reißen. Bei den Eislöwen ist jeder mit sich selbst beschäftigt. Unsicherheiten und Unkonzentriertheiten machen sich breit. Bevor wir über eine Reihe von konstant guten Spielen sprechen, wäre erstmal ein Spiel von der ersten bis zur letzten Minute mit konstanter Leistung nötig. Wie schon so oft in dieser Saison macht man sich das Leben selber schwer und lädt den Gegner artig ein. Über das Powerplay brauchen wir kein weiteres Wort verlieren. Es ist und bleibt ein laues Sommerlüftchen. Es scheint so, als ob die starke Hauptrunde aus der vergangenen Saison ein zu großer Ballast für die Mannschaft ist. Die Köpfe wirken nicht frei, man scheint nicht gierig genug zu sein. Ganz egal ob wir jetzt um die Topplätze spielen oder um den Klassenerhalt - es muss ein Ruck durch das ganze Team und schleunigst der Turnaround geschafft werden. Eigentlich kann es nur besser werden...
Die Statistik zum Spiel:
Lausitzer Füchse - Dresdner Eislöwen 5:3 (2:3, 1:0, 2:0)
Torfolge: 0:1 Johan Porsberger (07:02), 1:1 Hunter Garlent (08:51), 2:1 Lane Scheidl (09:04), 2:2 Jordan Knackstedt (15:14), 2:3 Jordan Knackstedt (18:12), 3:3 Maximilian Heim (22:36), 4:3 Clarke Breitkreuz (40:57 / PP1), 5:3 Lane Scheidl (43:18)
Strafen: 6 / 6 Minuten
Zuschauer: 2.886 in der Eisarena Weißwasser



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